Gerald Klamer

 

Gerald Klamer wurde 1967 in einem kleinen niedersächsischen Dorf geboren. Schon früh waren die Wälder der Umgebung seine liebsten Spielplätze. Doch irgendwann schrumpfte die bisher so weit erscheinende Umgebung, und das Interesse seiner Erkundungen wandte sich ferneren Gegenden zu.


Auf der Spur der Waldelefanten

Nach ersten Touren in Deutschland, unternahm er mit 18 seine erste weitere Reise. Mit einem Freund ging es zum Nordkap. Dabei gelangte er zum erstenmal in die Wildnis. Die Wälder und Tundren Lapplands waren der Schauplatz dieser Begegnung mit einer Umwelt, die stärker von den Kräften der Natur, als denen des Menschen geprägt ist. Nach dieser Reise reizte es ihn immer wieder zu Fuß die Wildnis zu erkunden. Ob im Inneren Bosniens, dem Osten der Türkei oder den Bergen Britisch-Kolumbiens, meist war er abseits der Touristenströme allein; in wenig bekannten Regionen, unterwegs.

Irgendwann reichten ihm diese maximal sechswöchigen Touren nicht mehr, und er beschloss eine Reise durch einen ganzen Kontinent. Seine Wahl fiel auf Afrika, den dunklen Kontinent, den er ohne Partner und eigenes Fahrzeug von Süden nach Norden durchqueren wollte. Das Abenteuer begann in Johannesburg und endete neun Monate später in Algier. Die zahlreichen Begegnungen mit der afrikanischen Wildnis waren dabei für ihn wichtiger, als das bloße Zurücklegen dieser gewaltigen Strecke. Höhepunkte der Reise waren u.a. eine dreiwöchige Fahrt mit dem Einbaum in das Okavango-Delta, zu Fuß durch die Massaisteppe Tansanias, mit Eseln zum Turkanasee im Norden Kenias und ein Kamelritt in das Vulkangebirge des Air im Süden der Sahara. Am meisten faszinierte ihn aber der Kongo, der damals noch Zaire hieß. Hier verbrachte er allein drei Monate und begleitete zwei verschiedene Pygmäengruppen auf ihren Urwaldjagden. Neben den Schönheiten der Wildnis lernte er aber auch ihre Schattenseiten kennen. Ob bei einem Überfall von Samburukriegern in Kenia, gefährlichen Krankheiten, wie der Malaria oder dem Kampf ums Überleben, als er eine Woche lang ohne Nahrung und Ausrüstung im Regenwald verirrt war.

Obwohl ursprünglich nicht geplant, schrieb Gerald Klamer Jahre später ein Buch über diese große Reise. Nachdem er zurück in Deutschland war, verwirklichte er einen anderen Jugendtraum. Er studierte und wurde Förster. Dennoch blieben Reisen in die Wildnis weiterhin seine große Leidenschaft. Wieder einmal in Lappland, durchquerte er in zehntägiger Wanderung ein wegloses Gebiet an der finnisch-norwegischen Grenze. Dabei wurde ihm klar, daß die Dauer solcher Wildnistouren zu Fuß, stark durch Volumen und Gewicht des Rucksacks eingeschränkt wird. Setzt man ein Boot als Transportmittel ein, ermöglicht es die Dauer von Wildnisexkursionen erheblich zu verlängern, so seine Überlegung. Um diesen Gedanken in die Praxis umzusetzen, kaufte er ein wildwassertaugliches Schlauchkajak. Nach Touren auf Loire, Allier, Moldau und Donau war Lappland wieder einmal sein Ziel. Dort befuhr er den Ivalojoki, einen der wenigen europäischen Wildnisflüsse. Dabei lernte er die Schwierigkeiten und Herausforderungen von mit Stromschnellen gespickten Flußbschnitten kennen. Afrika hatte ihn seit seiner großen Reise nicht mehr losgelassen. So blieb es nicht aus, daß er bald Pläne für Flußfahrten auf dem schwarzen Kontinent schmiedete. Allerdings war er mittlerweile verheiratet und hatte eine kleine Tochter. Daher wollte er das Risiko einer Alleinfahrt vermeiden. Mit einem Partner ging es schließlich zum Dja nach Kamerun.


Fischercamp am Dja

Hier wurde die Idee zu "Paddeln für den Regenwald" geboren. Die Verbindung von abenteuerlichen Wildnistouren mit dem ernsten Anliegen, einen kleinen Beitrag zum Erhalt des Regenwaldes zu leisten, ist sein großes Ziel. Neben der Konzeption der einzelnen Expeditionen und ihren Auswertungsmöglichkeiten, will sich Gerald in erster Linie mit dem Verfassen des Buches, sowie den Artikeln über "Paddeln für den Regenwald" befassen. Selbst die entlegensten und daher bisher weitgehend unberührt gebliebenen Regenwälder sind heute zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Wenn es dem Naturschutz nicht gelingt, den Wettlauf mit den "Erschließern", zumindest in einigen Regionen, zu gewinnen, wird es in nicht allzu ferner Zukunft keine ausgedehnten Waldwildnisse mehr geben. Dann würde die Welt wieder ein Stück ihrer Schönheit verloren haben.

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