Kamerun

 

Unsere dritte Reise soll im April/Mai 2000 in den Südosten Kameruns führen. Gerald Klamer lernte diese Region bereits 1998 kennen. Auszüge aus seinem Reisetagebuch finden Sie unter Mit dem Kanu durch die Regenwälder Kameruns und Auf Gorillasuche.

Schon während der Fahrt vom Flughafen in die Hauptstadt Yaoundé begegneten ihm und seinem damaligen Partner, zahlreiche, mit den Stämmen mächtiger Urwaldriesen beladene LKW. Während noch in den 70er und 80er Jahren Staaten Westafrikas, wie die Elfenbeinküste, beim Holzexport an erster Stelle standen, verlagerte sich in den 90ern, nach der weitgehenden Vernichtung der dortigen Wälder, das Interesse der Holzgesellschaften zunehmend auf Zentralafrika. Kamerun stand bald an erster Stelle im Geschäft mit den Urwaldhölzern. Die Wälder Mittel- und Südwestkameruns sind bereits von zahlreichen Holzfällerpisten durchzogen. Dagegen gibt es im Südosten noch große, unberührte Waldgebiete, von denen Gerald Klamer 1998 tief beeindruckt war. Allerdings war ihm klar, daß das Vordringen der Holzgesellschaften in diese Wälder nur eine Frage der Zeit ist.

Glücklicherweise haben der WWF und andere Naturschutzorganisationen dieses erkannt, und versuchen seit einiger Zeit dort große, neue Schutzgebiete auszuweisen. Als Gerald Klamer Einblick in den "Wettlauf" zwischen Naturschutz und kommerziellen Interessen gewonnen hatte, beschloß er nach der Kamerunreise 1998 die Aktivitäten des WWF zu unterstützen. Die Idee zu "Paddeln für den Regenwald" war geboren. Nachdem Gerald Klamer auf seiner vorherigen Reise einen Teil des Dja kennenlernte, ist dieser Fluß auch diesmal unser Ziel.


Karte der geplanten Kamerun Expedition

Von Yaoundé geht es im Buschtaxi in die Nähe Lomiés, zum obersten, befahrbaren Abschnitt des Dja. Als einheimischen Begleiter wollen wir Romeo, den Führer aus Auf Gorillasuche anwerben. Zu Beginn unserer Flußreise ist der Dja erst etwa 10 Meter breit, deswegen werden wir mit zahlreichen Baumhindernissen im Wasser rechnen müssen. Das Gefälle ist hier nur gering, daher verlängern zahlreiche Mäander die Flußstrecke. Bald bildet der Fluß die Nordgrenze des Dja-Reservates, einer riesigen Flußhalbinsel, die einen der ursprünglichsten Regenwälder Zentralafrikas beherbergt. Etliche Dörfer liegen in der Nähe des Flusses, daher stellt die Versorgung hier kein Problem dar. Im Süden des Reservates verläuft der Dja in einer tiefen Schlucht, an deren Felswänden uralte Gesteine zutage treten. Hier werden wir auf die ersten Stromschnellen treffen, die charakteristisch für den Dja mit seinem unregelmäßigem Gefälle sind: Langsam fließende Abschnitte wechseln mit stufenförmigen Schnellen ab. Einige Zeit nachdem wir das Dja-Reservat hinter uns gelassen haben, erreichen wir die Fähre an der Piste von Lomié nach Ngoila. Dort begann die Flußreise 1998. Nachdem wir die Fähre passiert haben, werden wir auf keine Dörfer mehr treffen. Allerdings begegnen uns sicher noch einige Menschen, die aus ihren einen Tagesmarsch entfernten Siedlungen zum Fischen und Jagen hierher kommen.


Begegnung auf dem Fluß

Einige Tage später erreichen wir den Endpunkt der Flußreise von 1998. Von hier liefen Gerald Klamer und sein Partner auf einem an dieser Stelle sich bis auf 7 Kilometer dem Fluß näherndem Pfad, zum Beginn der Piste bei Ngoila. Ab dieser Stelle befinden sich die kleinen Dörfer so weit vom Fluß entfernt, daß Menschen ihn so gut wie nie aufsuchen. Außerdem sind die Stromschnellen, nach Auskunft der Einheimischen, in diesem Abschnitt wilder als zuvor. Daher scheiden die wackligen Pirogen der Schwarzen als Verkehrsmittel aus. Wir versprechen uns von diesem Teil des Dja interessante Beobachtungen, da die Tiere hier nicht gejagt werden. Vielleicht sehen wir ja die scheuen Waldelefanten direkt am Fluß. Allerdings hoffen wir, daß die Krokodile weiterhin Angst vor Menschen haben! Bei den gewaltigen Nki-Wasserfällen erreichen wir das Zentrum des gleichnamigen, neuen Schutzgebietes. Nachdem der Dja diese Schwelle überschritten hat, tritt er in die Tiefebene des Kongobeckens ein und fließt mit nur geringem Gefälle weiter. Wir wollen dann allerdings den Fluß verlassen und zu Fuß über 60 Kilometer Luftlinie nach Nordosten zum Bek-Fluß marschieren. Hierbei werden wir in erster Linie kleinen Flüssen und Elefantenpfaden folgen. Wir hoffen Pygmäen als Führer anheuern zu können. Besonders interessant wäre es, wenn wir eine Lichtung mit Salzvorkommen entdecken. Hierher zieht es viele Waldtiere, vom Elefanten zum Gorilla und es können sich interessante Beobachtungen ergeben. Nach etwa einer Woche Fußmarsch erreichen wir den Bek, der das Herz des geplanten Boumba-Bek Reservates durchfließt. Bevor wir dann nach einigen Tagen zur Mündung in den Boumba gelangen, müssen wir noch manche Stromschnelle meistern. Vom Boumba aus erreichen wir in einem Tagesmarsch eine Piste. Auf ihr gelangen wir nach Yokadouma, wo sich eine WWF-Station befindet. Hier hoffen wir Hintergrundinformationen zu den Schutzprojekten in Zentralafrika zu erhalten, bevor wir nach 6-8 Wochen die Rückkehr nach Deutschland antreten.

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